Internationales SEO: Mehr Sichtbarkeit auf dem globalen Markt

Viele Unternehmen verfolgen einen internationalen Ansatz oder wollen sich nach und nach in mehreren Ländern positionieren. Im Zuge der Internationalisierungsstrategie sind viele Aspekte der Suchmaschinenoptimierung zu bedenken. Welche Faktoren eine Rolle spielen, was man genau unter international SEO versteht und wie Sie Erfolg in Ihrem Zielmarkt verbuchen können, zeigen wir in diesem Leitfaden.

Inhaltsübersicht

1. Was ist internationales SEO?

Internationales SEO zielt auf die Ausrichtung einer Webseite für den weltweiten Markt ab. Die Webseiten werden für internationale Märkte optimiert, um Produkte und Dienstleistungen nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland anzubieten. Das Ziel ist, in anderen Ländern ebenfalls in den Suchergebnissen in einer guten Position angezeigt zu werden.

Die Sichtbarkeit der Webseite soll in verschiedenen Ländern und Sprachen erhöht werden. Dadurch können Sie eine breitere Zielgruppe ansprechen. Somit eignet sich internationales SEO – auch globales SEO genannt – vor allem für die Webseitenbetreiber, die auch im Ausland gute Rankings erzielen möchten und deren Zielgruppe sich auch außerhalb Deutschlands befindet.

Internationales SEO geht mit einer Vielzahl inhaltlicher und technischer Herausforderungen einher. Aus diesem Grund handelt es sich um ein ganz eigenes Thema rund um Suchmaschinenoptimierung.

2. Vorteile von international SEO

Wer Produkte und Dienstleistungen nur im deutschsprachigen Raum anbieten möchte, muss sich mit dem Thema international SEO nicht weiter befassen. Da es allerdings für viele Unternehmen wichtig ist, auch im Ausland Menschen zu erreichen, lohnt sich eine internationale SEO-Strategie allemal. Folgende Vorteile sind es, die internationales SEO mit sich bringt:

Um von diesen Vorteilen profitieren zu können, ist es wichtig, sich mit den Besonderheiten von international SEO zu befassen. Nur so können Sie auf die veränderten Bedingungen ausländischer Märkte eingehen.

3. Warum internationales SEO für (fast) alle Firmen wichtig ist

Selbstverständlich stellt sich in diesem Zuge auch die Frage, für wen sich internationales SEO lohnt. Fakt ist: Wenn Sie eine globale Präsenz aufbauen möchten, kommen Sie um globale SEO nicht herum.

Tatsächlich lohnt sich diese Form der Suchmaschinenoptimierung für fast alle Unternehmen. Denn bei den meisten beschränkt sich die Zielgruppe nicht nur auf das eigene Land. Vielmehr ist die relevante Zielgruppe breit gestreut und kann nur dann abgeholt werden, wenn auf einen globalen Ansatz gesetzt wird.

Zudem ist internationale SEO für viele Unternehmen das Richtige, die sich vergrößern möchten. Haben Sie sich regional bereits als Experte etabliert? Dann steht einer Expansion in andere Länder nichts mehr im Weg. Internationales SEO öffnet Ihnen Tür und Tor.

Manche Unternehmen verfolgen von vornherein einen multilingualen Ansatz. Wenn Ihre Firma über mehrere Standorte in mehreren Ländern verfügt, ist global SEO für Sie unverzichtbar.

4. Wie geht internationales SEO?

Wer sich auf dem internationalen Markt etablieren möchte, bedarf einer entsprechenden SEO-Strategie. Wichtig dabei ist, dass Sie sich zunächst überlegen, in welchen Ländern Ihre Website ranken soll. Das ermitteln Sie am besten dadurch, dass Sie sich überlegen, wo Ihre Produkte und Dienstleistungen gut ankommen könnten. Eine Marktanalyse geht SEO-Maßnahmen somit immer voran.

Neben den Vorteilen von internationalem SEO gibt es auch einige Herausforderungen, wenn nicht sogar Risiken. Derer sollten Sie sich gut bewusst sein. Nur dann können Sie eventuelle Hindernisse gekonnt umschiffen. Folgende sind die Herausforderungen von global SEO:

  • Lokale Wettbewerber: In dem Land, in dem Sie höhere Rankings erzielen möchten, gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit Wettbewerber, die sich bereits auf dem Markt etabliert haben. Wenn Sie sich dort zusätzlich positionieren möchten, können Sie auf entsprechende Schwierigkeiten stoßen. Sie müssen sich von der Masse abheben und besser sein als die Konkurrenz.

  • Kulturelle Unterschiede: Andere Länder, andere Sitten. Das betrifft viele Ebenen. Die Kultur anderer Länder spielt für global SEO ebenfalls eine wichtige Rolle. Immerhin entscheiden kulturelle Unterschiede und lokale Gewohnheiten, wie Sie Ihren Content für andere Länder ausrichten sollten. Inhalte, die in Deutschland gut funktionieren, müssen in den USA nicht unbedingt ebenfalls gut ankommen.

  • Rechtliche Faktoren: Jedes Land hat andere Gesetze. Daher sollten Sie die rechtliche Situation des Ziellandes gut kennen. Vor allem in Sachen E-Commerce gibt es große Unterschiede rund um den Globus. Erst dann, wenn Sie mit den Gesetzen vertraut und in Ihren Rechten und Pflichten sattelfest sind, sollten Sie die Website auch im jeweiligen Land ranken lassen.

  • Sprachliche Herausforderungen: Das mag wohl die augenscheinlichste Herausforderung von international SEO sein. Ihre Inhalte sollten in der Sprache des Landes, in dem die Website in den SERPs ausgespielt werden soll, verfasst werden. Bei Übersetzungen gibt es zwei wichtige Aspekte: die Gefahr von Duplicate Content und ein geschmälertes Nutzererlebnis durch falsche Übersetzungen.

Damit Sie all den veränderten Herausforderungen gerecht werden und Ihre SEO-Strategie auf den globalen Markt ausrichten können, haben wir die wichtigsten Maßnahmen für Sie herausgesucht.

Multilingualer Webauftritt

Um Nutzer ansprechen zu können, müssen Sie Inhalte in deren Sprache bereitstellen. Beachten Sie dabei, dass in manchen Regionen und Ländern mehrere Sprachen gesprochen werden. Die Schweiz ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Hier gibt es sowohl deutschsprachige als auch italienisch- sowie französischsprachige Regionen. Die Rankings unterscheiden sich entsprechend voneinander.

Erwägen Sie, welche Sprachen Sie auf Ihrer Website anbieten wollen. Innerhalb der EU kann es sich lohnen, die ein oder andere Sprache hinzuzufügen, um das Marktpotenzial zu erweitern. Dazu gehören zum Beispiel folgende Sprachen:

Diese sind so häufig vertreten, dass Sie eine 10-mal so große Reichweite erzielen können als mit rein deutschen Inhalten.

Doch vergessen Sie auch nicht die Märkte, die weniger umkämpft sind. Weniger Konkurrenzdruck herrscht in kleineren Ländern wie Kroatien, Ungarn und der Slowakei. Es kann sich also durchaus lohnen, eine Ausrichtung der SEO-Strategie in diese Richtung vorzunehmen.

Der Weg zum idealen Content

Wenn es um multilingualen Content geht, stellt sich schnell die Frage: Wie kommen Sie zu Inhalten in anderen Sprachen, die wirklich gut sind und Ihrer Webseite oder Ihrem Onlineshop zu einem guten Ranking verhelfen? Immerhin spielen folgende Aspekte eine Rolle:

Außerdem ist jede Kultur etwas anders. Das bedeutet, dass Ihre Zielgruppe in einem anderen Land womöglich ganz anders “tickt” als die Zielgruppe hierzulande. Das wirkt sich nicht nur auf das Suchverhalten, sondern auch darauf aus, wie Personen auf Ihren Content reagieren. In einem Land können bestimmte Content-Marketing-Inhalte wunderbar funktionieren, während sie in anderen Regionen abgetan werden.

Ist es daher sinnvoll, Content von Ihrer deutschen Seite einfach zu übersetzen – vielleicht sogar mit einem automatischen Übersetzungsprogramm?

Die Antwort lautet: Nein. Besser ist eine Transkreation. Damit bezeichnet man die Neuerstellung von Inhalten, die an den kulturellen Anspruch der Leserschaft angepasst sind. Eine 1:1-Übersetzung macht in den wenigsten Fällen Sinn. Ausnahmen können Ihre Unique Selling Points (USPs) oder Slogans bilden. Sind Inhalte jedoch etwas komplexer, sollten Sie nicht ohne Weiteres übernommen werden.

Anhand eines Beispiels sehen Sie gut, warum eine Transkreation in vielen Fällen besser ist. Nehmen wir an, Sie betreiben eine Seite über das Gärtnern. In Deutschland und Österreich erfreuen sich Ihre Inhalte großer Beliebtheit. Vielleicht veröffentlichen Sie Tipps zur Aussaat und Pflege von Pflanzen.

Wollen Sie Ihre Zielgruppe nun erweitern, sollten Sie die Inhalte nicht 1:1 übersetzen. Immerhin sind die Bodenbedingungen sowie das Klima in anderen Ländern womöglich ganz anders. Die Pflanzen, die hierzulande gut wachsen, können anderswo vielleicht gar nicht gedeihen.

Der Grundsatz lässt sich selbstverständlich auf viele Bereiche übertragen, sodass es ratsam ist, sich für die Erstellung von Content für international SEO besonders viel Zeit zu nehmen.

Language und Location Targeting

Bevor Sie irgendwelche Maßnahmen hinsichtlich international SEO treffen, sollten Sie festlegen, welche Regionen für Sie relevant sind oder auf welche User Sie Ihr Vorgehen ausweiten möchten. Tatsächlich kann es passieren, dass das Land bei internationaler SEO zweitrangig ist. Wieso das?

Nehmen wir an, Sie möchten Ihre Produkte und Dienstleistungen einfach auf dem englischsprachigen Markt anbieten. Dann ist die Sprache im Fokus und das Land ist weniger relevant. Indem Sie Ihre Maßnahmen treffen, können Sie Rankings in den Ländern Großbritannien, Amerika oder Kanada erhöhen.

Das ist jedoch nicht immer der Fall. Bieten Sie Ihre Produkte zu unterschiedlichen Preisen an oder möchten Sie bestimmte Länder ausschließen, sehen Ihre Maßnahmen anders aus. Man unterscheidet somit Location Targeting von Language Targeting.

  • Location Targeting: Hier hat der Standort den Einfluss auf die Produkte, Leistungen und Ziele. Regionale Sprachunterschiede können für den Kauf entscheidend sein. Je nach Währung und Preisstruktur sollen verschiedene Preise angezeigt werden. Außerdem sind unterschiedliche Suchmaschinen relevant.

  • Language Targeting: Hier erfolgt die Suchmaschinenoptimierung sprachbasiert. Die Region ist nur zweitrangig und hat keinen Einfluss auf Produkte, Leistungen und Ziele. Das bedeutet, dass sie in allen Regionen identisch sind und regionale Sprachunterschiede nicht berücksichtigt werden.

Selbstverständlich sind auch Mischformen möglich, die beide Ansätze miteinander kombinieren.

Domain-Strategie

Wenn Sie Ihre Produkte und Dienstleistungen über die Landesgrenzen hinaus bewerben möchten, benötigt Ihre Website die richtige Domain. Hinsichtlich der Domain-Strategie in international SEO gibt es drei verschiedene Herangehensweisen:

Da all diese Domain-Strategien mit ihren individuellen Vor- und Nachteilen einhergehen, sollten Sie genau abwägen, welche die richtige Vorgehensweise für Ihr Unternehmen ist.

Länderspezifische TLD

Mit einer länderspezifischen Top-Level-Domain wird den Nutzern stets angezeigt, in welchem Land die Website, die sie gerade besuchen, registriert ist. Die Website weckt dann am meisten Vertrauen bei Besuchern, wenn die TLD den Nutzern bekannt ist.

Länderspezifische Top-Level-Domains werden auch als ccTLDs bezeichnet. Das steht für Country Code Top-Level-Domain. Sie gelten als starkes Geotargeting-Signal für Google und Co.

Bei dieser Domain-Strategie bauen Sie somit mehrere TLDs auf, sodass Nutzer immer eine vertrauenerweckende Option haben. Dadurch entsteht der Eindruck, dass die Inhalte speziell auf die Region oder das Land ausgerichtet sind. Jedoch bedeutet das noch nicht, dass der Content auf die entsprechende Sprache ausgerichtet ist.

Der große Vorteil davon ist, dass jede Länderdomain einzeln bewertet und auch einzeln abgestraft wird, falls das der Fall sein sollte. Daraus ergibt sich jedoch auch der Nachteil, dass sich jede Domain einzeln unter Beweis stellen muss.

Des Weiteren entstehen höhere Kosten für länderspezifische TLDs und auch der Aufwand für Pflege und Wartung hält sich nicht gerade gering. Dafür erhalten Sie jedoch den großen Vorteil, dass Sie keine Struktur-Probleme bekommen, wie sie bei Verzeichnissen auftreten können.

Ist Ihre Website mit einer CNOBI-Domainendung – also z.B. .com, .net, .org, .biz oder .info – registriert? Dann benötigen Sie für die einzelnen Länder entweder Verzeichnisse oder Subdomains. Aus beispiel.com wird folglich beispiel.com/de oder beispiel.com/at

Subdomains

Subdomains setzen das geografische Ziel – also das Land, in dem Sie ranken möchten – vor den Domainnamen. Abgetrennt werden die beiden Bestandteile durch einen Punkt. Das sieht wie folgt aus:

Bei dieser Domain-Strategie ist es wichtig, das geografische Ziel auch in der Google Search Console festzulegen.

Subdomains erweisen sich deshalb als praktisch, da sie sich recht einfach einrichten lassen. Webseiten können auf diese Weise schnell und problemlos unterteilt werden. Jedoch genießen solche Arten von Domains kein allzu großes Vertrauen, was sich eventuell nachteilig auf Ihre SEO-Strategie auswirken könnte.

Verzeichnisse

Die dritte und letzte Möglichkeit, die Domain auf internationales SEO auszulegen, sind Verzeichnisse. Bei dieser Herangehensweise erhalten Verzeichnisse die Stärke der Hauptdomain. Jedoch haben sie selbst nur wenig Relevanz, da es schnell zu Strukturfehlern kommt. Immerhin passt die vorgegebene Struktur nicht in jedem Land.

Des Weiteren können sich Schwierigkeiten hinsichtlich der User Experience (UX) ergeben. Nutzern kann es schwerfallen, innerhalb der Verzeichnisse zu navigieren. Außerdem erkennen Nutzer anhand der URL nicht die geografische Ausrichtung. Dafür hält sich der Wartungsaufwand sehr gering.

Kombination der Domain-Strategien

Selbstverständlich muss jeder Webseitenbetreiber selbst abwägen, welche Domain-Strategie am besten passt. Die Praxis hat jedoch gezeigt, dass häufig ein kombinierter Ansatz die ideale Lösung darstellt. Das ist vor allem dann zu empfehlen, wenn Sie innerhalb eines Landes mehrere Sprachen bedienen möchten.

Serverstandort

Spielt der Standort des Servers eine Rolle für internationales SEO? Immerhin kann jede IP einem Land zugeordnet werden. Die Suchmaschine Google hat sich dazu jedoch bereits klar geäußert: Es spielt keine Rolle, wo sich der Server befinden.

Dennoch ist es ratsam, einen Blick auf die Technik zu werfen. Nutzen Sie am besten ein Content Delivery Network (CDN). Dadurch laden Inhalte schneller. Das hat den einfachen Grund, da die Entfernung der Nutzer zum Serverstandort reduziert wird. Und schnelle Ladezeiten wirken sich bekanntlich positiv auf die SEO-Strategie aus. Dazu an späterer Stelle noch mehr.

Berücksichtigung des lokalen Markts

Wenn Sie Produkte und Dienstleistungen auf internationaler Ebene bewerben möchten, müssen Sie den jeweiligen Markt gut kennen. Jedes Land weist andere Besonderheiten auf, was für Sie die ein oder andere Herausforderung mitbringen kann.

Folgende lokale Aspekte gilt es, genauer kennenzulernen:

Suchmaschinen in global SEO

Auch wenn hierzulande häufig vorwiegend von Google gesprochen wird, wenn es um die Suchmaschinenoptimierung geht, ist das nicht überall der Standard. Tatsächlich ist Google sogar innerhalb Europas nicht überall die Nummer eins. In anderen Ländern konnte sich der Suchmaschinen-Gigant (noch) nicht durchsetzen.

In anderen Ländern haben andere Suchmaschinen einen höheren Marktanteil. In China ist es beispielsweise die Suchmaschine Baidu. In Russland zum Beispiel Yandex.

Daher gilt, im Zuge der SEO-Strategie auf diese veränderten Herausforderungen einzugehen. Jede Suchmaschine hat ihre eigenen Richtlinien und Dos and Don’ts hinsichtlich SEO. Für ein gutes Ranking ist es wichtig, sich damit zu befassen.

Sprachen

Wie bereits erwähnt, spielt die Sprache des Landes, in dem Sie ein hohes Ranking erzielen möchten, eine große Rolle. Tatsächlich ist das jedoch nicht immer so einfach, was daran liegt, dass in manchen Ländern mehrere Sprachen gesprochen werden.

Somit sollten Sie diesem Aspekt ganz besondere Beachtung schenken und Ihre Inhalte darauf ausrichten, möglichst alle in einem Land anzusprechen.

Keywords

In anderen Ländern sind andere Keywords relevant. Vor allem sprachliche Unterschiede in verschiedenen Regionen sind hier relevant. Dazu ein Beispiel: In den USA sind “pants” normale Hosen, während man in England damit Unterhosen bezeichnet. Stattdessen findet der Begriff “trousers” für Hosen Anwendung. In Österreich spricht man von “Polster”, wenn man das bezeichnen will, was in Deutschland “Kissen” heißt. Um nicht für das falsche Keyword zu ranken, ist es daher wichtig, die sprachlichen Feinheiten zu kennen.

Wichtig: Wenn Sie die Keyword-Recherche beispielsweise mit einem Tool wie dem Google Ads Keyword-Planer durchführen, erhalten Sie in solchen Fällen keinen entsprechenden Hinweis. Immerhin gibt es Suchvolumen für beide Begriffe.

Wie lässt sich diese Schwierigkeit lösen? Tatsächlich stellt es sich an dieser Stelle als sinnvoll heraus, für Keyword-Strategien mit Muttersprachlern zusammenarbeitet. Deren Aufgabe soll es nicht nur sein, sich um die Keyword-Recherchen zu kümmern. Auch die Bearbeitung von URLs und Snippets sollte in deren Hände gelegt werden.

Zudem sollten Sie einen Blick in die Suchergebnisse werfen. So bekommen Sie ein Gefühl für die Keywords auf dem jeweiligen Markt.

User Experience

Wie bereits angeschnitten, ist das Suchverhalten von Nutzern in anderen Ländern ganz anders. Somit variieren auch die Bedien- und Designvorlieben von Region zu Region. Daher sollten Sie auch Ihre UX-Strategie überdenken. Das, was in Deutschland gut funktioniert, kann in anderen Märkten absolut unbeliebt sein.

Die Lösung dafür ist, sich mit den lokalen Anforderungen zu befassen. Sie können die Webseiten der Konkurrenz aus der Region analysieren und auf diese Weise ermitteln, welche Designs bei entsprechenden Nutzern gut ankommen. Doch auch das Hinzuziehen eines SEO-Beraters, der bereits Erfahrungen mit dem jeweiligen Markt gemacht hat und Tipps aus der Praxis bieten kann, ist anzuraten.

Technische Besonderheiten der internationalen Suchmaschinenoptimierung

Während es bislang vorwiegend um Onpage-Maßnahmen der internationalen SEO ging, sollte auch den technischen Aspekten Beachtung geschenkt werden. Auch hier gibt es die ein oder andere Besonderheit, die für SEO-Strategien von Relevanz sind.

Hreflang-Attribut

Wer internationales SEO betreibt, stößt früher oder später auf das hreflang-Attribut. Dieses ist dafür da, dass Google die entsprechende geografische Ausrichtung Ihrer Website versteht. In diesem Zuge wird dem Nutzer die Sprachversion oder regionale URL ausgespielt, die zu ihm passt.

Außerdem wirkt das Attribut Duplicate Content entgegen. Er ist eine große Gefahr bei internationaler SEO. Duplicate Content beschreibt Inhalte, die (nahezu) identisch sind. Besonders dann, wenn Sie englischsprachige Seiten für mehrere Länder oder Seiten für den DACH-Raum betreiben, kann das passieren.

Mit dem hreflang-Attribut vermitteln Sie Suchmaschinen, dass der Inhalt der Seite auch in einer anderen Sprache verfügbar ist. Zudem teilen Sie ihnen mit, dass eine bestimmte URL für User in einem bestimmten Land mit einer bestimmten Sprache gedacht ist.

Doch was genau ist hreflang eigentlich? Dieses Attribut oder dieser Tag ist ein Teil des Codes einer Website. Sie können ihn bei Bedarf einfügen oder einfügen lassen. Das erfolgt über den HTTP-Header oder eine XML-Sitemap. Das Sprachattribut gibt es bereits seit 2011 und ist lediglich für internationales SEO relevant.

Das Link-Attribut hingegen wird in der Kopfzeile implementiert und hat folgenden Aufbau:

<link rel=”alternate” hreflang=”xx-XX” href=”Ziel-URL” />

Das rel=”alternate”-Attribut verweist auf eine alternative Version des Dokuments oder der Seite. Der mittlere Teil bestimmt die Sprache mit xx und die Ausrichtung auf eine bestimmte Region mit XX. href=”Ziel-URL” ist die URL der Seite für eine bestimmte Sprache bzw. Region.

Wenn Sie beispielsweise die Webseite beispiel.de in Deutschland betreiben und eine weitere Version auf Deutsch für österreichische Nutzer bereitstellen möchten, würde das hreflang-Attribut wie folgt aussehen:

<link rel=”alternate” hreflang=”de-AT” href=”https://www.beispiel.de/at />

Pagespeed

Wie auch bei allen anderen SEO-Strategien spielt die Pagespeed Ihrer Website eine wichtige Rolle. Nur mit geringen Ladezeiten können Sie gute Rankings erzielen und damit hohe Conversion Rates generieren.

Die Ladezeiten Ihrer Seiten sollten sowohl auf mobilen Geräten als auch bei PCs bei einem Minimum liegen. Ein Content Delivery Network kann dabei helfen, dass Ihre Inhalte schneller laden, da der Abstand zwischen Server und User minimiert wird. Doch nicht nur das: Diese Systeme bieten viele weitere Funktionen, die Ihre Pagespeed verringern können.

Selbstverständlich sollten Sie auch die üblichen Maßnahmen ergreifen, um die Pagespeed Ihrer Seiten zu reduzieren. Dazu gehört beispielsweise die Reduzierung von Bildergrößen und das Beheben technischer Fehler Ihrer Website.

IP-Serving

Als IP-Serving bezeichnet man die automatische Weiterleitung von Webseitenbesuchern anhand seiner IP oder Spracheinstellung auf die entsprechende Länder- oder Sprachversion der Domain. Solche Weiterleitungen sind jedoch nicht ganz unproblematisch, weshalb Sie darauf besser verzichten sollten. Weshalb?

Als Erklärung ein Beispiel: Ein deutscher Nutzer befindet sich im Urlaub in Frankreich. Er möchte online über Ihren deutschen Onlineshop etwas bestellen. Allerdings wird er immer auf die französische Version weitergeleitet, da das System ja erkennt, dass er eine französische IP-Adresse nutzt. Das führt nicht nur zu Frust auf der Käuferseite, sondern auch zu Kaufabbrüchen, die sich wiederum negativ auf Ihr Ranking auswirken.

Wer nicht auf IP-Serving verzichten kann oder möchte, könnte beispielsweise einfach eine Einstiegsseite anbieten. Auf dieser werden alle internationalen Versionen verlinkt. So können User beim Öffnen der Webseite direkt selbst wählen, welche Version sie sich ansehen möchten.

Sitemap.xml

Experten raten dazu, pro Sprache oder Land eine eigene Sitemap anzulegen. Auf diese Weise können Sie nicht nur technische Fehler leichter auswerten und eliminieren. Ihre internationalen URLs können durch eine sitemap.xml für Suchmaschinen zugänglich gemacht werden.

robots.txt

Je nachdem, für welche Domain-Strategie Sie sich entschieden haben, sind eine oder mehrere lokale Robots.txt-Dateien nötig. Bei einer globalen .com-Domain benötigen Sie eine globale Datei. Mehrere lokale Domains sind dann erforderlich, wenn es für jedes Land eine eigene Domain gibt.

Bei den Robots.txt-Dateien können Sie sehr sparsam sein. Häufig reicht es aus, dass Sie den Pfad der Sitemap angeben und ein paar Verzeichnisse sperren, für die Sie keine Indexierung wünschen. Jedoch gilt es, ein paar besondere Anforderungen zu berücksichtigen:

  • Sperren von Bots und Tools: Hiermit können Sie bei internationalen Domains Server-Ressourcen schonen. Zudem fällt es Ihren Wettbewerbern schwerer, Tools einzusetzen, um Infos über Ihre Website zu erlangen.

  • Sperren von sensiblen Pfaden und Ordner: Das sollten Sie in der Robots.txt eher nicht machen. Das liegt daran, dass die Infos damit für jeden sehr schnell und einfach einsehbar sind. Wenn es etwas zu verstecken gilt, sollten Sie andere Lösungswege in Betracht ziehen.

Backlinks

Backlinks sind in jeder SEO-Strategie absolut wichtig. Sie gehören zur Offpage-Optimierung und stellen bei den meisten Suchmaschinen ein wichtiges Rankingkriterium dar. Wenn Sie eine länderspezifische Webseite betreiben, sollten Sie auch für länderspezifische Backlinks sorgen. Das trägt zu einem natürlichen Linkprofil bei, welches sich wiederum positiv auf das Ranking im Zielmarkt auswirkt.

Natürlich können Sie auch bei internationaler SEO aktiv Link Building betreiben. Allerdings sollten Sie hierbei beachten, dass Ihre Linkpartner mit den Backlinks wirklich auf die entsprechende Länderdomain verweisen und nicht auf eine anderssprachige Version.

Beachten Sie, dass Sie für jedes Land ein eigenes Link Building betreiben müssen. Wenn Sie sich mit potenziellen Linkgebern zusammentun möchten, sollte die Anfrage stets in der Muttersprache des Kooperationspartners erfolgen. Nur in wenigen Ländern – beispielsweise im Norden Europas – kommen auch Anschreiben in englischer Sprache gut an.

Wenn es um die Art der Backlinks geht, sollten nur bestimmte Seiten auf Ihre Website verlinken. Folgende Kriterien spielen eine Rolle:

Nur wenn diese Anforderungen erfüllt werden, können die Backlinks das Ranking Ihrer Websites verbessern.

Wettbewerbs-Monitoring

SEO ist ein permanenter Konkurrenzkampf. Das gilt auch dann, wenn Sie sich in internationale Gefilde aufmachen. Daher sollten Sie Ihre Mitbewerber immer gut im Auge behalten. Dazu eignen sich diverse Tools. Auf folgende Aspekte sollten Sie besonderes Augenmerk legen:

In jedem Land gibt es andere Wettbewerber, was Sie immer im Hinterkopf behalten sollten. Daher ist eine Konkurrenzanalyse für jede länderspezifische Domain und jedes Land ratsam.

5. Tools für internationale SEO

Sowohl für die Planung als auch für die Durchführung und vor allem für die Überwachung Ihrer Internationalisierungsstrategie lohnt es sich, auf SEO-Tools zu setzen. Achten Sie dabei darauf, dass Ihr gesamtes Team – egal ob vor Ort oder an einem Standort im Ausland – die gleichen Tools nutzt. Nur so ist ein zuverlässiger Zugriff auf alle relevanten Daten möglich. Durch die Verwendung unterschiedlicher Tools in unterschiedlichen Regionen kann es passieren, dass einzelne Mitarbeiter andere Daten vorliegen haben.

Beachten Sie bei der Auswahl Ihrer SEO-Tools außerdem, dass nicht jedes auf international SEO ausgerichtet ist. Die Google Search Console ist zwar ein wichtiges und praktisches Überwachungsinstrument von Google. Jedoch zeigt Sie nicht detailliert an, aus welchen Ländern der Traffic kommt. Hier eignen sich vielmehr Programme, die regionale Daten erheben.

6. Schwierigkeiten mit international SEO

Im Zuge einer internationalen SEO-Strategie können die ein oder anderen Schwierigkeiten auftreten. Vor allem das Thema hreflang kann sich für viele Webseitenbetreiber als schwierig erweisen. Mögliche hreflang-Fehler lassen sich durch regelmäßige SEO-Audits identifizieren, sodass Sie sie im nächsten Schritt beheben können. Und auch automatische Webseiten-Checker können sich hier als nützlich erweisen.

Folgende Fehler zählen zu den häufigsten Problemen mit hreflang:

  • Falsche hreflang-Werte: Kennen Sie den Unterschied zwischen JA und JP? Der eine Code bezeichnet das Land Japan, der andere die japanische Sprache. Und wissen Sie, ob BE auf die belarussische Sprache oder das Land Belgien verweist? Prüfen Sie hreflang-Werte sorgfältig, um Fehler im Vorhinein zu vermeiden.

  • Hreflang-Konflikte im Seitenquellcode: Wichtig ist der korrekte Einbau von Attributen in den Quellcode. Kommt es hier zu Fehlern, wird Google Ihre hreflang-Attribute vollkommen ignorieren und Webseitenbesucher landen auf Seiten in einer falschen Sprache.

  • Fehlerhafte hreflang-Links: Tippfehler, falsche Redirect-Angaben und relative URLs können zu weiteren hreflang-Fehlern führen. Hier gilt es, ein Maximum an Genauigkeit an den Tag zu legen.

  • Falsche Sprachzuordnung in hreflang-Attributen: Bei der Erstellung einer mehrsprachigen Seite kann es gut sein, dass Sie nicht alle Inhalte in einem Zug lokalisieren können. Dann werden die deutschen Originaltexte angezeigt. Mit entsprechenden Tools können Sie ermitteln, auf welche Seiten das zutrifft, um genau zu wissen, welche Inhalte noch lokalisiert werden müssen.

  • Fehlende hreflang-Attribute: Selbstverständlich sollten die wichtigen hreflang-Attribute auf keiner Seite fehlen!

Selbstverständlich gibt es noch weitere mögliche Fallstricke bei internationaler SEO. Daher gilt es, die genannten Tipps Schritt für Schritt zu verinnerlichen und eine passende SEO-Strategie aufzubauen. SEO-Berater und -Agenturen können bei dem komplexen Thema international SEO Hilfestellung leisten.

7. Fazit

Internationales SEO besteht aus vielen Teilbereichen. Wenn Sie daher Ihre Unternehmensziele in anderen Ländern erreichen wollen, gilt es, eine gute SEO-Strategie aufzubauen. Gehen Sie dabei individuell auf den Zielmarkt ein und berücksichtigen Sie die vielfältigen Besonderheiten bezüglich Kultur und Sprache. In diesem Zuge dürfen Sie auch die technische Suchmaschinenoptimierung nicht vergessen, um beispielsweise Duplicate Content zu vermeiden.

Author

Tim Cazin

Als Gründer und Geschäftsführer von Klickspace bringe ich fundierte Expertise in SEO, SEA und Analytics mit, gepaart mit einer tiefen Leidenschaft für alles rund um Google. Meine Spezialisierung im E-Commerce-Bereich ermöglicht es mir, innovative Strategien zu entwickeln, die den digitalen Erfolg meiner Kunden nachhaltig steigern.

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